Pro Auslandshunde

Warum wir uns so entschieden haben.

Der Schutz aller Tiere kennt weder Grenzen, noch ist er an eine Nationalität gebunden.

Die Adoption von Auslandshunden bewegt und erregt immer wieder die Gemüter. Das Thema wird von Hundefreunden und -gegnern immer wieder neu diskutiert. Der Import wird von vielen Tierfreunden abgelehnt. Doch alles was die Zukunft für diese Hunde bringt, ist besser als alles was sie bisher erlebt haben. Die Begründung, dass genug Hunde aus deutschen Tierschutzvereinen und Tierheimen ein Zuhause suchen, ist absolut richtig. Dennoch müssen wir uns mit der derzeitigen Situation im Auslandstierschutz immer wieder auf's Neue auseinandersetzen. Die fehlende Bereitschaft für den Auslandstierschutz müssen wir akzeptieren, aber nicht die Diskriminierung dieser Arbeit. Wir haben uns über die Unterschiede von „Straßenhunden“ viele Gedanken gemacht. Der Unterschied von Hunden die in Freiheit ohne menschliche Nähe und Obhut geboren werden und auf der Straße leben und Hunden die in einer Familie aufgewachsen, aber aus vielfältigen Gründen oder Gleichgültigkeit nicht mehr gewollt werden, von ihren Familien im Tierheim abgeben oder ausgesetzt werden, ist sehr groß. Mitleid hilft den Hunden in Tierheimen nicht. Wir brauchen Hundefreunde die uns unterstützen, weil sie genauso denken. Wir unterstützen seit 2011 ein kleines Tierheim in Cambados/Galizien und seit Anfang 2017 den deutschen Tierschutzverein ProDogRomania, der im rumänischen Ploesti das städtische Tierheim unterstützt. Als kleiner Verein können wir unterstützend helfen, indem wir einen Teil dieser Hunde übernehmen und vermitteln. Cambados haben wir uns persönlich umgesehen und Hilfe im Rahmen unserer Möglichkeiten geleistet. Wir holen grundsätzlich keine Welpen, die jeder putzig findet, sondern hilfsbedürftige und auch alte Hunde, die unter den Tierheimbedingungen leiden. Straßen- oder Streunerhunde, d.h. Hunde die durch ihre bisherige Lebensweise Angst vor Menschen haben und sich nicht anfassen lassen, werden nicht importiert. Die Hunde aus Rumänien haben Schicksale die mit unseren Verhältnissen nicht zu vergleichen sind. Unterbringung in unseren Pflegefamilien, geht nur mit Hunden die bereit sind mit Menschen zu kooperieren. Unsere Gastfamilie sollen sich ein Bild von ihrem Schützling machen, damit sie mit der neuen Familie ihren Traumhund vermitteln kann.

GUT GEMEINT IST NICHT GUT GEMACHT!

Egal aus welchem süd- oder südosteuropäischen Land die Hunde kommen, es sind die Länder in denen die unkontrollierte Vermehrung von Hunden ein riesengroßes Problem darstellt. In wirtschaftlich schwächeren Regionen der Welt herrscht ein anderer Umgang mit Tieren als in Nordeuropa. Heute setzt man bei Straßenhunden auf die Strategie „kastrieren und am angestammten Platz wieder aussetzen“. So bleiben die Territorien besetzt, es rücken keine neuen Hunde nach, und auf lange Sicht wird nur so die Zahl der Hunde verringert. Kontrolle kann nur durch Kastrationsaktionen vor Ort erzielt werden und nicht, durch eine wie auch immer praktizierte Vernichtung der Hunde. In südeuropäischen Urlaubsgebieten werden vor und nach der Urlaubssaison immer wieder sogenannte Säuberungsaktionen durchgeführt, was die Gemüter der Tierschützer mit Recht erregt. Aber auch Touristen in südlichen Urlaubsregionen tragen ihren ganz persönlichen Teil dazu bei. Namhafte, große Tierschutzvereine bieten z.B. in Rumänien, indem sie von Haus zu Haus gehen, kostenlose Kastrationen an und trotzdem lehnen die Hundebesitzer ab. Die Menschen in diesen Ländern, haben eine andere Denkweise und wollen auch aus Glaubensgründen ihre Hunde nicht kastrieren lassen. Die Kosten sind im Verhältnis zu Deutschland gering. Die Hunde dürfen auch nicht misshandelt werden, denn dass hat nichts mit Armut, sondern mit der persönlichen Gesinnung und Wertschätzung zu tun. Hunde haben nicht den Stellenwert wie in unserer deutschen Hunde Gesellschaft. Ist er wirklich der beste Freund in Anbetracht der Ablehnung gegen nicht deutschen Auslandshunde? Für Leckerlis und unnötigen Schnick-Schnack werden in Deutschland jedes Jahr Millionen Euro ausgegeben, Tendenz steigend. Mittlerweile gibt es deutschlandweit viele mehr oder weniger seriös arbeitende Tierschutzvereine, die Auslandshunden die Chance auf ein besseres Leben geben wollen. Helfen um der Hilfe willen, ohne die Nationalität in den Vordergrund zu stellen. 

Wer einem „Europahund“ ein Körbchen und ein sicheres Zuhause anbietet, nimmt keinem einzigen Hund aus unseren deutschen Tierheimen den Platz weg. Natürlich gibt es ihn, den kleinen, putzigen Mischling im nächstgelegenen Tierheim, aber der beißt, wenn ihm etwas nicht passt und der nächste kleine Hund der passend sein könnte, der sitzt dann vielleicht im Tierheim in München. Die ältere Dame die sich einen kleinen Begleiter auf ihren Spaziergängen wünscht, wird sich niemals für einen noch so liebenswerten Schäferhund-Mischling entscheiden. Die Familie mit Kindern wird wohl kaum einen Herdenschutzhund in ihr Leben integrieren, wenn dass Grundstück 250 qm groß ist und der Nachbar neben seiner Terrasse frühstückt. Doch der nette Kuschelbär im nächstgelegenen Tierschutzverein ist dermaßen unerzogen, dass er die Kinder umwirft, wenn er auf sie zurennt. Deshalb wurde dieser Kampfschmuser vielleicht abgegeben. Richtig ist, dass wir in unseren deutschen Tierschutzvereinen mit und ohne Tierheim jede Menge Hunde haben die sehnsüchtig auf ein neues Zuhause warten. Es gibt leider viel zu viele Problemhunde die im Umgang mit Artgenossen nicht zu handhaben sind. Hunde, die schon Jahre im Zwinger des Tierheims leben; große Hunde, die nun mal nicht in jede Wohnung passen; kranke Hunde, die keine Treppen mehr laufen können, da die Hüfte nicht mitmacht oder Listenhunde, für die man viele Auflagen zu erfüllen hat und mit denen der tägliche Spaziergang zum Spießrutenlauf wird. Nicht jeder hat die Stärke und das Selbstbewusstsein die Anfeindungen seiner Mitmenschen zu ertragen. Das sind sicher auch nicht die Hunde für Jedermann/Frau, schon gar nicht für sogenannte Hundeanfänger.

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